"Ich weiß, wo die Reise hingeht"

Phillip Schlaffer vor dem Landgericht Schwerin
„Ich weiß, wo die Reise hingeht“ redet Phillip Schlaffer, Ex-Neonazi den zuhörenden Schülern ins Gewissen. Er schöpft dabei aus seinen Erfahrungen mit der rechtsradikalen Szene und stellt klar: „Ich bin da nicht reingerutscht, sondern ich bin da reingegangen!“ Bewußt und zielgerichtet. Das führt dann ganz klar und direkt zu Hass, Gewalt, Waffen, Zerstörung familiären Bindungen, Kriminalität, Mord, gesundheitlichen Schäden (Kopfschmerzen, Migräne) und schließlich zu einem persönlichen Ende aller Energie und Lebenslust.

Schonungslos stellt Schlaffer seinen Einstieg in die rechte Szene 1993/94, seine Entwicklung zum Staatsfeind Nr. 1 bis hin zum Ausstieg aus der rechten Szene 2014 dar. Am Anfang war es die Familie, die er suchte, die Musik, die er fand und die Kameradschaft, die ihn einfing und trog. Am Ende blieb nichts, nur Lebensunlust und Alleinsein nach 20 Jahren Neonazi. Wenn da nicht seine eigentliche Familie vor allem mit der Mutter gewesen wäre, die die richtigen Worte auf Schlaffer Hilferuf am Telefon „Mama, ich glaub, ich hab mein Leben ruiniert! Ich brauch Hilfe“ durch den Hörer.
Es war wieder mucksmäusschenstill im Raum. Sicher auch für die Schüler eine eindrucksvolle und herausfordernde Erfahrung.

Das Regionale Berufliche Bildungszentrum in Bad Doberan, ein Berufsbildungszentrum für Technik, Verkehr, Agrarwirtschaft, Sozialpädagogik, Gesundheit, Wirtschaft, Verwaltung und Gastronomie des Landkreises Rostock sowie das Gymnasium am Sonnenberg in Crivitz hatten sich kurzfristig an die Arno-Esch-Stiftung gewandt mit der Bitte um Unterstützung für eine Veranstaltung und Diskussion zum Thema Rechtsextremismus heute. Wunschreferent war Phillip Schlaffer vom Verein Extremislos.
Die Arno-Esch-Stiftung (AES) sowie Philip Schlaffer erklärten sich sofort bereit, hier zu helfen. Mit Hilfe von zusätzlichen Spenden der AES-Mitglieder konnten diese beiden Termine auch finanziell ermöglicht werden.
Insgesamt 270 Schüler in Bad Doberan, in der Außenstelle des Berufsbildungszentrums in Güstrow sowie im Gymnasium Crivitz nahmen an diesem Tag die Möglichkeit des Vortrags und der Rückfragen mit Philip Schlaffer wahr. Auch das Bildungsministerium MV war zugeschaltet. Zudem begleiteten zwei Fernsehsender MV1 und RTL die Veranstaltung.
Einen weiteren Bericht über seinen Besuch im Februar 2025 am Gymnasium in Schönberg finden Sie hier.

Die Arno-Esch-Stiftung wird auch weiterhin Veranstaltungen, Vorträge, Diskussionen zum Extremismus wie diese mit Philip Schlaffer anbieten. Melden Sie sich einfach bei uns.